Pressespiegel

WAZ vom 20.5.2011

Künstlerische Technik
Auszubildende der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann präsentierten ihre Kunstobjekte des „Kreativ-Trainings“

Text Carolin Nieder / Fotos Matthias Düngelhoff
Aceyhun Kel Mustafa Memet, Kai Schwichtenberg und Matthias Schmitz (v. li.) präsentieren ihr Werk „Natur HKM Pflanzen“.


Meißeln, Schleifen, Hämmern, Schweißen – beim diesjährigen Kreativ-Training der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann
(HKM) waren den Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres keine Grenzen gesetzt. Zum Thema „Natur und Technik“
erstellten sie in Kleingruppen mit Unterstützung von Kunstpädagoge Rüdiger Eichholtz spannende Kunstobjekte.
Nun konnte man die Kreativität von einer Woche Arbeit bei einer kleinen „Vernissage“ in der Ausbildungswerkstatt
bestaunen. Von Fotokollagen über beleuchtete Miniaturgebäude bis hin zu verarbeiteten Grünpflanzen waren viele
abwechslungsreiche Ideen zu sehen.

Detlef Weiler, HKM-Ausbildungsleiter des ersten Ausbildungsjahres, betont: „Es kommt hier nicht so sehr auf die
sachlich korrekte Umsetzung an, sondern eher auf den Lerneffekt. Die Auszubildenden sollen sehen, dass es auch
andere Wege gibt, eine Aufgabe zu lösen.“ Und genau das ist das Ziel des zweiwöchigen Workshops: Über Grenzen
hinaus kreative Lösungsansätze zu entwickeln.

Das Kreativ-Training ist in zwei Projektabschnitte aufgeteilt. In der ersten Woche fand das Grundlagenseminar statt, in
dem die Auszubildenden die verschiedenen Bearbeitungstechniken bei Materialien erlernten. Beispielsweise haben sie
gemeinsam Ytong- Steine für ein Zwangsarbeitermahnmal bearbeitet und Linolplatten mit Motiven aus der Zeitschrift
„Die grüne Hütte“ bedruckt. Außerdem planten die Auszubildenden, welches Kunstobjekt sie erstellen wollen und wie sie
es umsetzen können.

»Es hat viel Spaß gemacht und brachte Abwechslung in die Ausbildung«

Nachdem diese Projektwoche abgeschlossen war, kehrten sie erst einmal zu ihrer „normalen“ Ausbildung zurück, damit
alle nötigen Materialien besorgt werden konnten. Nach dieser Pause begann dann die zweite Phase - die Umsetzung der
Kunstideen.

Eine Woche lang haben die Auszubildenden an ihren Objekten gearbeitet und sie nun stolz präsentiert. „Es hat mir viel
Spaß gemacht, selbst etwas zu planen“, so Volkan Yalcinkaya, „und es brachte mal etwas Abwechslung in die
Ausbildung“, ergänzt Timo Kittelmann. Diese positiven Reaktionen fanden sich unter allen Auszubildenden wieder.
„Es war auch super, dass wir mal selbst aussuchen durften, was wir machen wollen, denn sonst wird uns in der
Ausbildung ja Vieles vorgegeben“, berichten Yassine Boukhou und Danny Alexander Heitzer. Der ganze Jahrgang mit
knapp über 60 Auszubildenden hat an diesem Projekt teilgenommen und ist sichtlich begeistert.

Doch was geschieht nun mit den 15 Kunstobjekten?
Am ersten Dezember-Wochenende werden sie zum Barbarafest – Gedenken an die Schutzpatronin der Bergleute – noch
einmal ausgestellt. Danach werden sie im werkeigenen Intranet angeboten, wo sie dann für bestimmte Anlässe
ausgeliehen oder in den Büros aufgestellt werden können, wo sich schon einige Kunstobjekte der Vorjahre befinden.
Doch ob später im Büro ausgestellt oder nicht, schon jetzt wurden die Kunstobjekte ausreichend gewürdigt.

DAS KREATIV-TRAINING

Entstehung

Im Jahr 2004 kam dem Künstler Rüdiger Eichholtz bei einer eigenen Kunstausstellung in den Hüttenwerken
Krupp-Mannesmann die Idee zum Kreativ-Training mit den Auszubildenden.
Nach Absprache mit der Leiterin der Berufsbildung, Gabriele vom Ende, wurde dann 2006 erstmals das Kunst-Projekt im
Rahmen des ersten Ausbildungsjahres angeboten. Seitdem findet der zweiwöchige Workshop jährlich statt.
Die Resonanz der Auszubildenden sowie des Ausbildungsleiters war stets positiv.

Rheinische Post vom 28.4.2011

Kunst aus Ästen und Kröten

Text Jutta Langhoff / Foto Klaus Dieker
Zwölf Kinder nehmen derzeit an einem kreativen Ferienprogramm mit dem Moerser Künstler Rüdiger Eichholtz an der
Gemeinschaftsgrundschule Annastraße teil. Einbezogen wird auch der „Improviser in Residence“ Achim Tang.

MOERS
Äste, Rindenstücke, Tannenzapfen, allerlei skurril geformte Wurzeln und 20 tote, trockene Frösche und Kröten, all das
sammelten die zwölf sechs- bis zehnjährigen Kinder, die derzeit an einem viertägigen kreativen Ferienprogramm mit dem
Moerser Künstler Rüdiger Eichholtz an der Gemeinschaftsgrundschule Annastraße teilnehmen am Dienstag im
Lauersforter Wald. Genug, um daraus in den übrigen drei Tagen eine Menge origineller Kunstwerke entstehen zu lassen.
Welcher Art die sein würden, ob Bilder oder kleine Skulpturen, Mobile oder eine Kombination aus allem, stand am
Sammeltag noch nicht fest, darüber galt es erst gestern ab 13 Uhr nach einer ausgiebigen Sichtung der Fundstücke
endgültig zu entscheiden. Erste Ideen gab es allerdings schon viele.

„Ich habe gelesen, dass man am Pfingstsonntag tagsüber das Veranstaltungszelt des Moers-Festivals samt Bühne für
künstlerische Beiträge von Kindern und Jugendlichen öffnen will, da könnten wir uns vielleicht mit unseren Sachen in einer
kombinierten Aktion aus Kunst und Musik präsentieren“, stellt sich Rüdiger Eichholtz das Ergebnis seines kreativen
Osterferienprogramms mit den Kindern des offenen Ganztages und des Schulkinderhauses an der Annastraße vor.
Dazu hat sich der Bassist und derzeitige Moerser „Improviser in Residence“ Achim Tang bereit erklärt, noch im Mai mit
den Teilnehmern des österlichen Ferienaktion aus einigen der Lauersforter Fundstücke zusätzlich musikalische
Klangkörper zu basteln.

Ob aus den anderen Sachen letztendlich eine gemeinsam gestaltete, fantasievolle Bühnendekoration für einen
musikalischen Auftritt der jungen Annastraßenkünstler am Pfingstmontag werden wird, oder ob jeder daraus lieber sein
eigenes individuelles Kunstwerk für das heimische Kinderzimmer wird zaubern wollen, stand gestern zu Beginn des
zweiten Aktionstages noch nicht fest. Da wollte Rüdiger Eichholtz den Kindern nicht im Vorfeld schon kreative Grenzen
setzen. Nachdem er bereits 2009 und im letzten Jahr im Rahmen der „Kulturhauptstadt 2010“ zwei Kunstprojekte an der
Gemeinschaftsgrundschule an der Annastraße geleitet hat, weiß er inzwischen die Kreativität der Schüler dort gut
einzuschätzen. Das Ergebnis ihrer künstlerischen Osterferienarbeit dürfte aber auf jeden Fall wieder sehr interessant
ausfallen.
Rheinische Post vom 19.4.2011

Kreative Kinder in Kapellen

Text Jutta Langhoff / Foto Klaus Dieker
Im Spielhaus auf dem Hof der Achterathsfeld-Grundschule entsteht gemeinsam mit dem Künstler Rüdiger Eichholtz
eine gut 1,90 Meter hohe Skulptur aus Ytong-Steinen. Am kommenden Donnerstag ist Vernissage.

KAPELLEN
Langeweile in den Ferien? Davon kann im Kapellener Spielhaus auf dem Hof der Achterathsfeld-Grundschule nicht die
Rede sein, denn hier wird seit Donnerstag von kleinen Leuten große Kunst gemacht. Genauer gesagt handelt es
sich dabei um eine gut 1,90 Meter hohe Skulptur aus Ytong-Steinen, die mit bunten Mosaiksstücken besetzt nach den
Ferien den Schulhof schmücken soll. Rund 30 Kinder im Alter von sechs bis 10 Jahren sind unter der Leitung des
Moerser Künstlers Rüdiger Eichholtz an der Erschaffung des Kunstwerkes beteiligt, und das sowohl gestalterisch als
auch handwerklich.

Blumen, Drachen und Raketen

Insgesamt vier Ytong-Blöcke sollten über einander geschichtet eine Skulptur ergeben, so lautete die künstlerische
Vorgabe, alles andere war der Fantasie der kleinen Künstler überlassen. Und die gab es reichlich, als man am
Donnerstag im Bastelraum des Spielhauses mit Buntstiften die ersten kreativen Ideen zu Papier brachte.
Da entstanden unter anderem Blumen und Raketen, Drachen, Menschen, rein abstrakte Formen und sogar eine riesige
Standuhr nach dem Muster des Londoner Big Ben. Natürlich eigneten sich nicht alle Vorschläge gleichermaßen gut für
die gestellte Aufgabe, aber da ein Standbild bekannterweise mehr als nur eine Seite hat, einigte sich Rüdiger Eichholtz
mit seinen jungen Künstlerkollegen darauf, die Skulptur in diesem Fall mit mehreren unterschiedlichen Mosaik-Motiven zu belegen, die dennoch am Ende ein einheitliches Kunstwerk ergeben sollen. So ist geplant, die insgesamt vier
vorhandenen Seiten der Skulptur mit einer großen, stilisierten Blüte, einer menschlichen Gestalt, einer rein abstrakten,
farblichen Komposition und einer Big-Ben-Uhrenrakete zu versehen. Der Grundsockel, mit dem das Kunstwerk später auf
dem Schulhof verankert wird, ist bereits fertig mit blauen Mosaiksteinchen versehen, und auch die ersten Einzelformen
darüber haben die kleinen Bildhauer schon aus den Ytong-Steinen heraus gesägt. „Ich finde es toll, wie man aus den
vielen kleinen Mosaiksteinen zum Beispiel ein Gesicht machen kann“, beschreibt die achtjährige Alina Hodzic, warum ihr
das Projekt „richtig Spaß macht“. Sie hatte bereits schon im letzten Jahr an einem Gestaltungs-Projekt mit Rüdiger
Eichholz teilgenommen, bei dem es allerdings um etwas kleinere Mosaikarbeiten ging. Ihre Freundin, Ipek Soruk (9),
mag dagegen mehr das „Handwerkliche“ an der diesmal sehr viel größeren Aufgabe. Wenn alles klappt, soll die neue
Skulptur der Achterathsfeldschule am Donnerstag um 14 Uhr bei einer feierlichen Vernissage endgültig aufeinander
gesetzt und der Öffentlichkeit fertig präsentiert werden. Gäste sind willkommen.
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